Fußball WM 1998 in Frankreich
Veranstalter: Frankreich
Weltmeister: Frankreich
Vize-Weltmeister: Brasilien
3. Platz: Kroatien
4. Platz: Holland
Torschützenkönig: Davor Suker (Kroatien) – 6 Tore
Teilnehmer: 32 (Argentinien, Österreich, Belgien, Brasilien, Bulgarien, Kamerun, Chile, Kolumbien, Kroatien, Dänemark, England, Frankreich, Deutschland, Iran, Italien, Jamaika, Japan, Mexiko, Marokko, Holland, Nigeria, Norwegen, Paraguay, Rumänien, Saudi Arabien, Schottland, Südafrika, Südkorea, Spanien, Tunesien, USA, Jugoslawien)
Ob sich die französischen Ball-Akrobaten der Tragweite ihres Tuns bewusst sind? Im Finale ist Brasilien nicht nur chancenlos, sondern wird beim 0:3 sogar phasenweise vorgeführt. Besonders ein Akteur spielt sich in die Herzen der Massen: Zinedine Zidane, in Algerien geboren und mit Talent gesegnet wie kaum ein anderer. Er erzielt zwei Tore im Finale, ist der Kopf der Equipe, der Superstar dieser WM und der legitime Nachfolger des legendären Michel Platini.
Von so einem Mann kann Deutschland nur träumen. Zu viele Mitläufer sind im Team. Mit Glück stolpert die DFB-Elf in die Runde der letzten Acht - von erstmals 32 Mannschaften. Beim 0:3 gegen Kroatien werden ihr die Grenzen aufgezeigt. Spielwitz und Technik bleiben Mangelware. Einzig der alternde Lothar Matthäus hat etwas zu feiern. Als erster Feldspieler nimmt er an fünf WM-Endrunden teil und ist mit 25 WM-Spielen alleiniger Rekordhalter.
Bundestrainer Vogts macht sich derweil als schlechter Verlierer lächerlich: "Wir müssen nach Hause. Warum auch immer!? Das haben andere Leute zu verantworten. Vielleicht ist der deutsche Fußball zu erfolgreich. Die anderen können kratzen, beißen spucken, gegen uns werden die Karten gezogen. Ich weiß nicht, ob es eine Anordnung gibt." Pelé bringt es – richtiger – so auf den Punkt: "Die Deutschen hatten niemand im Mittelfeld mit Gehirn. Sie konnten nur kämpfen." Händereiben hingegen in den Niederlanden, denn der Nachbar zieht ins Halbfinale ein. Das Oranje-Team spielt überragend, genauso Brasilien. Es kommt zum Elfmeterschießen. Dort versagen den Niederländern auch diesmal die Nerven.
Auf der britischen Insel wird David Beckham zum Prügelknaben auserkoren. Sein Missgeschick: die Rote Karte im Achtelfinale gegen Argentinien. Das Aus im Elfmeterschießen wird dem Superstar angelastet. Die Briten tröstet auch nicht, dass mit Michael Owen ein neuer Stern aufgeht. Traurig sind auch die Nigerianer. Der Geheimfavorit scheitert im Achtelfinale mit 1:4 an Dänemark.
Für Schrecken sorgen die Hooligans. Erst prügeln sich in Marseille englische Krawallmacher mit nordafrikanischen. Dann kommt es in Lens zu entsetzlichen Szenen: Im Vorfeld der Partie zwischen Jugoslawien und der DFB-Elf treten deutsche Hooligans den französischen Polizisten Daniel Nivel fast zu Tode. Der Gendarm überlebt zwar, bleibt aber zeitlebens schwer behindert.
Stars: Davor Suker (CRO) wurde mit 6 Treffern Torschützenkönig, Ronaldo (BRA), Vieri (ITA), Batistuta (ARG), Marcelos Salas (CHI), Laudrup (NED), Cocu (BRA), De Boer Brüder (NED), Rivaldo (BRA)
Finalrunde



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